Lastspitzenkappung mit Batteriespeicher: Leistungspreis senken
Eine einzige Viertelstunde bestimmt Ihren Leistungspreis fürs ganze Jahr. Ein Gewerbespeicher kappt diese Spitzen und senkt die Netzentgelte. Wie viel das für Ihren Betrieb bringt, berechnen Sie hier kostenlos mit Ihrem Lastgang.
Was ist Lastspitzenkappung?
Bei der Lastspitzenkappung (Peak Shaving) entlädt ein Batteriespeicher immer dann, wenn die Last eines Betriebs über einen festgelegten Schwellwert steigt. Der Netzbezug bleibt dadurch unter diesem Wert, und die höchste Viertelstunde des Jahres sinkt. Genau diese Viertelstunde entscheidet bei Gewerbe- und Industriekunden mit registrierender Leistungsmessung (RLM) über den Leistungspreis: Abgerechnet wird die Jahreshöchstlast in €/kW.
Wie viel spart Lastspitzenkappung?
Die Ersparnis ergibt sich direkt aus dem Leistungspreis und der Senkung der Jahreshöchstlast:
Ersparnis pro Jahr = Leistungspreis (€/kW·a) × Spitzensenkung (kW)
Rechenbeispiel: Bei einem angenommenen Leistungspreis von 150 €/kW pro Jahr spart ein Speicher, der die Jahreshöchstlast um 100 kW senkt, rund 15.000 € Netzentgelte pro Jahr.
Wie hoch der Leistungspreis ist, hängt von Netzbetreiber, Spannungsebene und Benutzungsdauer ab. Ein Beispiel aus einem realen Preisblatt (Bayernwerk Netz, Mittelspannung 2026): Unter 2.500 Benutzungsstunden liegt der Leistungspreis bei 15,86 €/kW, ab 2.500 Stunden bei 99,17 €/kW. Lastspitzenkappung lohnt sich deshalb vor allem für Betriebe mit vielen Benutzungsstunden.
Leistungspreis und die 2.500-Stunden-Grenze
Die Benutzungsstunden ergeben sich aus Jahresverbrauch geteilt durch Jahreshöchstlast. Senkt ein Speicher die Spitze, steigen die Benutzungsstunden. Liegt ein Betrieb knapp unter 2.500 Stunden, kann er dadurch in die andere Preisstufe rutschen: höherer Leistungspreis, dafür niedrigerer Arbeitspreis. Ob sich das rechnet, hängt vom Einzelfall ab. Mehr dazu in „Batteriespeicher und die 2.500-Stunden-Regel“ und „Von unter auf über 2.500 Benutzungsstunden“.
Wie groß muss der Speicher für Peak Shaving sein?
- Leistung (kW): bestimmt, um wie viel der Speicher die Spitze senken kann. Für Lastspitzenkappung ist sie meist der wichtigere Wert.
- Kapazität (kWh): bestimmt, wie lange er das durchhält. Kurze, hohe Spitzen brauchen wenig Kapazität, lange Lastplateaus deutlich mehr.
- Lastgang: Ohne 15-Minuten-Werte lässt sich Lastspitzenkappung nicht seriös auslegen, denn es kommt auf einzelne Viertelstunden an.
Wichtig für den Betrieb: Verpasst der Speicher auch nur eine Spitze, kann die Ersparnis für das ganze Jahr verloren sein. Er muss deshalb rechtzeitig geladen sein und eine Reserve für die nächste Spitze vorhalten. Ein prognosebasiertes Energiemanagement plant diese Reserve anhand von Last- und Erzeugungsprognosen ein.
Lastspitzenkappung mit PV und Vermarktung kombinieren
Ein Speicher, der nur Spitzen kappt, steht die meiste Zeit still. Wirtschaftlicher ist oft der Multi-Use-Betrieb: Lastspitzenkappung zusammen mit PV-Eigenverbrauchsoptimierung, dynamischem Stromeinkauf oder der Vermarktung von Restkapazitäten. Auch die atypische Netznutzung nach §19 StromNEV lässt sich mit einem Speicher kombinieren.
Was ändert sich mit AgNes ab 2029?
Mit der Netzentgeltreform AgNes soll der Leistungspreis laut Festlegungsentwurf der Bundesnetzagentur ab 2029 durch eine selbst gewählte Bestellkapazität ersetzt werden. Eine verpasste Spitze kostet dann nur noch einen Aufschlag auf die Energie über der Bestellkapazität statt des Leistungspreises eines ganzen Jahres. Was das für die Auslegung bedeutet, steht in „AgNes: Was das neue Netzentgelt ab 2029 für deinen Batteriespeicher bedeutet“. Ihre künftige Bestellkapazität berechnen Sie mit dem AgNes-Rechner.
Lastspitzenkappung berechnen
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Häufige Fragen zur Lastspitzenkappung
Lastspitzenkappung (Peak Shaving) heißt, dass ein Batteriespeicher entlädt, sobald die Last eines Betriebs einen Schwellwert überschreitet. So sinkt die höchste Viertelstunde des Jahres, nach der Gewerbe- und Industriekunden mit RLM-Messung den Leistungspreis zahlen.
Die Ersparnis ist Leistungspreis mal Spitzensenkung. Bei 150 €/kW pro Jahr und 100 kW weniger Jahreshöchstlast sind das rund 15.000 € pro Jahr. Ihren Wert berechnen Sie kostenlos mit dem Rechner auf dieser Seite.
Für Betriebe mit registrierender Leistungsmessung, hohem Leistungspreis und kurzen, hohen Lastspitzen deutlich über der Grundlast. Besonders lohnend ist sie meist ab 2.500 Benutzungsstunden, weil der Leistungspreis dort deutlich höher liegt.
Dann zählt diese Viertelstunde als neue Jahreshöchstlast, und die Ersparnis beim Leistungspreis kann für das ganze Jahr verloren sein. Deshalb plant ein gutes Energiemanagement auf Basis von Prognosen eine Reserve für die nächste Spitze ein.
Laut Festlegungsentwurf ersetzt AgNes ab 2029 den Leistungspreis durch eine Bestellkapazität. Eine Spitze darüber kostet dann nur einen Aufschlag auf die Energie über der Bestellkapazität. Ein Speicher kann solchen Netzbezug weiterhin vermeiden, braucht aber keinen teuren Puffer mehr für die Jahresspitze und hat mehr Kapazität für Eigenverbrauch und Vermarktung frei.